N°003 Binder

1. Bauetappe Wohnhaus

Neubau Wohn- und Gewerbe-Wellnesshaus, Tegerfelden

März 2016 - Juli 2018

 

Das moderne, pavillonartige Wohnhaus der Familie Binder befindet sich 

in der Ortsbildschutzzone der Gemeinde Tegerfelden. Das Haus wird gebildet 

durch ein Dach, das auf wenigen Stützen aufliegt. Dabei kragt das Dach, 

entsprechend den historischen Bauten im Ortsbild, traufseitig klar über die 

Fassade aus, während ortseitig der Überstand nur gering ist. Entsprechend 

der Bauten im Dorf, bei welchen die Ortwände im Dachgeschoss aussen jeweils 

in der gleichen Farbigkeit wie das Dach verkleidet wurden, ist die Materialisierung 

beim Wohnhaus rundherum gleich. Das Dach als fünfte Fassade des Hauses ist 

aussen in Kupfer gekleidet und tritt innen naturbelassen in Erscheinung. Das Gebäude 

gräbt sich hangseitig leicht ins Terrain ein und ist rundum verglast. Im Innenraum wird 

der Terrainversatz durch ein Sideboard über die ganze Gebäudelänge begleitet. 


Ein innenliegender Kernbau zoniert das Wohnhaus und beherbergt zugleich die 

Nebenräume. Der Innenraum, kann optisch durch Schiebetüren getrennt werden. 

Trotz der umlaufenden Verglasung, mit einem uneingeschränkte Blick in den parkähnlichen 

Garten, birgt das Haus einen hohen Grad an Geborgenheit. Die Untersicht der Traufe ist 

ein verbindendes Element zwischen innen und aussen. 


Ästhetische und konstruktive Merkmale


Das Wohnhaus wird durch einen reinen Holzbau gebildet. Das moderne Dach 

ist raumbildend und stützt sich auf vier Stützenpaaren ausgefacht mit Andreaskreuzen 

und in Längsrichtung jeweils einer ergänzenden Stütze auf. Das Dach überdeckt 

eine Grundrissfläche von 10 x 16.40 m. Eine Besonderheit ist die Ausbildung des 

Firstdetails. Das Weglassen des stehenden Firsts unterstreicht den modernen Holzbau

und wird gleichzeitig zur Herausforderung im Bereich der Statik.  


Reduziert auf wenige Materialien, tritt der Holzbau in den Vordergrund. 

Das Fügen der Bauteile wird bewusst gezeigt, das Anordnen und die Orientierung 

der Fugen war zentral für den Entwurf. Während bekleidende Elemente und 

Einbauten mit horizontalen Fugen anschliessen, haben tragende Elemente 

vertikale Fugen. Die Faserrichtung der Holzelemente widerspiegelt die 

Richtung des Kraftverlaufs. 


Das Ergebnis ist ein Holzbau von hoher Ästhetik, welche sich durch nicht sichtbare 

Verbindungsmittel auszeichnet und den Faserrichtungen der Holzoberflächen, welche 

den Kraftverlauf wiederspiegeln; Architektur und Holzbauingenieursleistungen 

vereinen sich im Projekt.


Die von innen als auch von aussen, gut ablesbar, nachvollziehbare, wenn auch reduzierte 

Konstruktion erschliesst sich sowohl dem Bewohner als auch dem Betrachter. Es entsteht 

eine moderne Interpretation und Weiterentwicklung, der im Ort vorhandenen Gebäude und 

zeigt prägnant und charakterbildend die Möglichkeiten des heutigen Holzbaus auch 

im privaten Wohnen auf.

 


Mitarbeit

Oliver Christen, Markus Dütschler, Hannes Lukesch


Holzbauingenieur

Swiss Timber Solutions, Zürich


Bilder

Valentin Jeck, Stäfa

Oliver Christen Architekten


Modellbild zeigt Gesamtprojekt mit 2. Bauetappen und den 

bestehenden Bauten 


















Wohnhaus, Technikhaus und Biopool (1. Bauetappe) fertiggestellt


























 

 














  


 













































 


















 

















 

 





















 


 


 












































































 

 


 























Während der Bauphase: Aufrichte der Tragkonstruktion
























Fassadendetail Technikhaus





































Details innen 


















































































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